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Geschichte des Wiener Neustädter Friedhofes

Der erste urkundlich erwähnte Friedhof entstand zur Zeit der Stadtgründung im Jahre 1194 beim Grätzl (Hauptplatz) vor der Sankt Niklas Kapelle. Der Hauptplatz wurde dadurch sehr stark beengt.

Im Jahre 1279 wurde die Liebfrauenkirche, der heutige Dom, eingeweiht. So entstand ringsum der zweite Friedhof. Hier begruben die Wiener Neustädter ihre Toten bis in die Zeit unter Josef des II. 1780 bis 1790. Die drohende Verseuchung des Grundwasserspiegels veranlasste jedoch seine Auflassung und Verlegung nach dem vorörtlichen Kirchdorf Sankt Ulrich südwestlich der Stadt im Bereiche Ferdinand Porsche Ring und Bräunlichgasse.

Im Mai 1865 fasste der Gemeinderat unter Bürgermeister Kindler den Beschluss, in der Nähe des Auge Gottes an der äußeren Wiener Straße ein Grundstück im Ausmaß von sechs Joch (= 3,453 ha) anzukaufen, um einen neuen Friedhof zu errichten. 1866 wütete in Wiener Neustadt die Cholera, ihre Opfer waren die ersten Toten, die hier ihr letzte Ruhestätte fanden. Im Jahre 1873 wurde hier der vierte Stadtfriedhof eingeweiht. In der Folgezeit fanden Exhumierungen vom Alten auf den neuen Friedhof statt, so dass heute noch Grabsteininschriften am Friedhof vorgefunden werden, die eine ältere Jahreszahl aufweisen als die der Errichtung des Friedhofes.

In der Folge wurde der Friedhof erweitert und im Jahre 1927 ein Urnenhain errichtet. Auch das Heldendenkmal zu Ehren der Kriegstoten des 1. Weltkrieges entstand im selben Jahr. Während des 2. Weltkrieges, im Besonderen zwischen 1943 und 1945, wurde der Friedhof durch die vielen Bombenangriffe auf Wiener Neustadt sehr stark in Mitleidenschaft gezogen und es dauerte Jahre bis diese Schäden beseitigt werden konnten.

Im Jahre 1972 wurde der neue Urnenhain seiner Bestimmung übergeben. Dadurch war die Möglichkeit vorhanden, den Alten, in seiner Art unzulänglichen Urnenhain aufzulassen und die Urnen in den Neuen zu übertragen. Dieser wurde seither ständig erweitert.